Ammoniten-Museum Streitberg

Was sind Ammoniten?

Ammoniten gehören zu den häufigsten Versteinerungen (Fossilien). Es sind Überreste ausgestorbener Kopffüßer, zu denen heute noch die Tintenfischen, Kraken und der Nautilus gehören. Ihre Form ist meist schneckenförmig; doch sind die Ammoniten nur sehr entfernt mit den Schnecken verwandt. Die Fränkische Schweiz ist eines der Hauptfundgebiete für Ammoniten in Deutschland. Von hier stammen besonders schöne und repräsentative Exemplare.

Geschichte des Museums

Das Ammoniten-Museum Streitberg wurde als privates Museum ohne öffentliche Zuschüsse im April 2001 eröffnet. Grundstock der Ausstellung bilden Teile der Fossiliensammlung, die von der Familie Wiedenbein aus Erlangen in rund 20 Jahren zusammengetragen wurden. Viele Stücke sind auch älter und stammen noch aus den 70er Jahren. Die selbstgesammelten Exponate wurden für die Einrichtung des Museums gezielt ergänzt durch Ankäufe aus dem Handel und durch Ankauf und Tausch von befreundeten Sammlern aus der Region. Einige Sammler haben in dankenswerter Weise auch kostenlos besondere Stücke überlassen: H. Gradl, Nürnberg (Ammoniten aus Auerbach), J. Schwarz, Igensdorf (einige Einzelstücke), E. Voss, Hirschaid (einige Einzelstücke). Neuanschaffungen seit der Eröffnung konnten aus Spenden durch das im Museum aufgestellte Sparschwein realisiert werden. Hierher gehört z. B. der Ammonit mit Rankenfußkrebs-Bewuchs aus Brunn. Seit März 2004 ist das Museum in den Geologischen Erlebnispfad integriert, der die geologischen Sehenswürdigkeiten von Streitberg (u. a. Binghöhle, Wedenbach-Wasserfall, Streitburg und Muschelquelle) miteinander verbindet und dem Besucher erschließt.

Konzept

Ammoniten werden in vielen Museen gezeigt. Trotzdem haben die meisten Besucher keine oder nur eine ungenaue Vorstellung von der Formenfülle dieser Tiergruppe und von Aussehen und Lebensweise des Ammoniten-Tieres selbst. Hier möchte das kleine Spezial-Museum eine Lücke schließen. Das Museum bietet im ersten Raum einen Überblick über die Ammoniten und Ammonitenfundstellen der nördlichen Frankenalb, im zweiten Raum wird alles Wissenswerte rund um das Ammoniten-Tier selbst gezeigt und in verständlicher Form erklärt: Abstammung, Entwicklung, Aussehen, Lebensweise, Aussterben, Ammoniten in der Volkskunde. Das Konzept stammt von Brigitte und Diplom-Geologen Dr. Friedrich W. Wiedenbein. Ein Museumsführer mit den einführenden Ausstellungstexten, dem Vorschlag für eine Jura-Exkursion per Auto und weiteren Hinweisen kann im Museum erworben oder per Email bestellt werden (siehe Mehr Info)

Inventar

Das Museum zeigt in vierzehn Vitrinen mehr als 500 Exponate, davon Ammoniten in insgesamt ca. 150 Arten. Der folgende Überblick beschreibt kurz Inhalt der einzelnen Vitrinen. In der Gallery gibt es auch ein paar Fotos.

In Raum 1 geben Einführungstexte einen Überblick über die Themen-komplexe "Ammoniten - Jura - Kopffüßer" und "Sammeln - Erkennen - Bewahren". In sieben Vitrinen sind besonders schöne und repräsentative Funde aus der nördlichen Frankenalb ausgestellt, thematisch ergänzt durch Funde aus Norddeutschland, Frankreich und Litauen.

Vitrine 1: Schwarzjura-Ammoniten (Lias alpha und beta, Lias delta von Unterstürmig)

Vitrine 2: Schwarzjura-Ammoniten (Lias gamma)


Vitrine 3: Schwarzjura-Ammoniten (Lias epsilon von Schlaifhausen und Altdorf)

Vitrine 4: Schwarzjura-Ammoniten (Lias zeta von Mistelgau und Ober-ölsbach)

Vitrine 5: Braunjura-Ammoniten (Dogger delta von Sengenthal und Auerbach)

Vitrine 6: Braunjura-Ammoniten (Dogger zeta von Bad Staffelstein: "Goldschnecken")

Vitrine 7: Weißjura-Ammoniten (Malm alpha von Gräfenberg, Malm gam-ma)

Separat: Große Ammonitenplatte aus Schlaifhausen (sog. "Ammoniten-Friedhof"), große Ammoniten-Seife aus Gräfenberg, 3 große Einzelam-moniten

In Raum 2 vermitteln Einführungstexte einen Überblick über die Themen-komplexe Ammoniten-Tier, Aussterben der Ammoniten, Volkskunde mit Foto-Dokumentation. Die Exponate in diesem Raum stammen aus aller Welt, besonders exzellente Stücke stammen z. B. aus Madagaskar.

Vitrine 1: Entfernte Verwandte: Weichtiere (Muscheln, Schnecken, Sca-phopoden u. a.)

Vitrine 2: Nahe Verwandte: Kopffüßer (Nautiliden, Sepien, Kalmare, Be-lemniten u. a.)

Vitrine 3: Ammoniten-Tier: Fossilisation, Gehäuse, Männchen/Weibchen, Lebensbild u. a.

Vitrine 4: Evolution der Ammoniten: Abstammung, Hauptgruppen der Ammoniten

Vitrine 5: Heteromorphe Kreide-Ammoniten

Vitrine 6: Das Aussterben der Ammoniten (Meteoriten, Vulkangestein

Vitrine 7: Volkskunde: Vorgeschichte, Zaubersteine, Schlangensteine

Separat: Große Platte mit Tintenfisch aus Solnhofen (Weichteiler-haltung).

Weitere Informationen in diesem Raum bieten die Geologische Karte von Bayern, Zeittafeln und ausgelegtes Infomaterial. Bei Führungen werden ausgewählte Fossilien und Modelle herumgereicht.

Projekte

Im Sinne einer heimatkundlichen Forschung wird das Vorkommen von Ammoniten an Häusern, Brunnen usw. in der Fränkischen Schweiz langfristig kartiert und unter Berücksichtigung volkskundlicher Aspekte dokumentiert und ausgewertet. Hinweise zu  dieser Thematik sind immer willkommen.